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(Das Fest der) Liebe geht durch den Magen!

Jedes Jahr versammeln sich Familie und Freunde zu einem festlichen Weihnachtsessen. Dabei stehen Geflügelgerichte mit Füllung, zartes Rinderfilet, feine Entenbrust oder knuspriger Gänsebraten ganz oben auf der kulinarischen Beliebtheitsskala. Die Füllung der Gans besteht aus Äpfeln, Kastanien, Dörrpflaumen oder Zwiebeln. Typische Gewürze für den Gänsebraten sind Beifuß und Majoran. Traditionelle Beilagen sind Rotkohl, Klöße und Bratensauce.
Für diejenigen die es beim Weihnachtsessen gerne leichter mögen, gibt es leckere Menüs wie Trüffelkartoffeln mit Orangenlachsforelle, gebratene Fasanenbrust mit Apfel-Sellerie-Risotto oder verschiedene Fondue-Weihnachtsmenüs mit Käse und Schokolade.

Bild: Royal Copenhagen

Die Herkunft des Gänsebratens geht auf einen katholischen Brauch vor der Adventszeit  zurück, bei dem eine Martinsgans auf den Tisch kam. Am 24. Dezember durfte nur Karpfen gegessen werden. Die Bauern konnten sich nur Leber- und Blutwürste leisten. Diese wurden auch Mettenwürste, Weihnachtssau oder Weihnachter genannt. Mit wachsendem Wohlstand wurde das Mettenmahl durch den Gänsebraten ersetzt.
Es gibt außerdem eine Legende, wonach Königin Elisabeth I. die Nachricht vom Sieg der Engländer über die spanische Kriegsmarine in dem Moment erhielt, als sie eine Gans verspeiste. Aus Freude soll sie die Gans zum Weihnachtsbraten erklärt haben.

Bild: Royal Copenhagen

Internationale Weihnachtsspeisen
– Das Festessen in Polen besteht aus zwölf Gerichten, die für die 12 Apostel stehen. Keine der Speisen beihaltet Fleisch oder tierisches Fett, denn bis zur Mitternachtsmesse an Heiligabend ist Fastenzeit. Sie wird traditionell mit einer Rote-Bete-Suppe mit Teigwaren oder einer Pilzsuppe eröffnet. Danach gibt es gebratenen Karpfen mit Brot, Hering in Öl oder Sahne, gefüllte Piroggen und Sauerkraut mit Erbsen. Das Dessert besteht aus Mohn-, Käse- oder Pfefferkuchen.
– Das amerikanische Weihnachtsessen gleicht dem Thanksgiving-Dinner (Erntedankfest). Zu beiden Anlässen wird ein großer Braten serviert. Zu Weihnachten werden zusätzlich noch Plätzchen gebacken. Ein Brauch in der Vorweihnachtszeit nennt sich „Christmas Tree Hunt“, bei dem Familie und Freunde gemeinsam in die Berge fahren, um einen Weihnachtsbaum zu fällen.

Bild: Alessi

– Beim finnischen Festtagsessen wird ein gebackener, kalter Schweineschinken gegessen. Dazu gibt es Heringssalat, Lachs und verschiedene Aufläufe.
– In Dänemark feiert man bereits am 23. Dezember Weihnachten. Dazu gibt es kleine Apfelkuchen mit Tee. An Heiligabend werden Gans, Ente, Pute oder Schweinebraten mit Rotkohl und braunen Kartoffeln gegessen. Als Nachspeise wird „Ris á lámande“ gereicht. Das ist Milchreis mit Zimt, Zucker und brauner Butter. Darin wird eine Mandel versteckt, die Glück bringen soll.
– In Irland isst man eine Suppe, die schon seit dem 18. Jahrhundert Tradition hat. Die klare, kräftige Brühe wird aus Fleisch, Gemüse und Kräutern gekocht und mit herzhaftem Gebäck serviert.
– In England darf der Weihnachtspudding, genannt Plumpudding, nicht fehlen. Er besteht aus Trockenobst, Nüssen und Alkohol. Als Hauptgang wird ein gefüllter Truthahn gereicht.
– Die Franzosen essen an Heiligabend Gänsebraten, Truthahn mit Kastanienfüllung, Schnecken, Austern und eine Käseplatte gereicht. Als Dessert gibt es oft den „Bûche de Noël“ – ein mit Buttercreme gefüllter Baumkuchen, der wie ein Holzscheit aussieht.

Bild: Royal Copenhagen

– In Italien wird am 24. Dezember gefastet, ein großes Festessen findet nach der Mitternachtsmesse statt. Dazu gehört Huhn mit Reis, Pasta mit Fleisch, Entenleberpaté und Truthahn. Als Nachspeise wird ein Hefekuchen mit Rosinen – genannt Panettone – gereicht.
– Vor dem litauischen Weihnachtsessen nimmt man einen Gotteskuchen, der aus gebackenen Teigplatten besteht und in der Kirche gereicht wird, zu sich. Danach gibt es ein Festessen mit 12 Gerichten, die jeweils für einen Monat stehen. Es werden Salat und Fisch gereicht. Eine Spezialität ist Mohnmilchsuppe mit Kuchenstücken.
– In Norwegen wurden früher 60 Speisen zum Weihnachtsessen serviert. Heute kommt man auch mit weniger aus. Gegessen werden Rentier, Schwein- und Lammrippen, Kabeljau und Lachs.
– In Schweden gibt es Schinken, Fisch in Cremesauce, Reisbrei und Glögg (Glühwein aus Rotwein, Zucker, Branntwein, Zimt, Mandeln, Ingwer,  Nelken und Kardamom) an Heiligabend. Zur schwedischen Martinsgans isst man Rosenkohl und Apfelmus.
– Zum spanischen Weihnachtsessen gehören neben gefülltem Truthahn, Fisch, Krustentieren, Mandel- und Nusssuppen auch Marzipan und Honiggebäck.

Als Weihnachts-Aperitif eignen sich Champagner, Sekt oder Prosecco, die man entweder pur oder in Kombination mit Aperol oder Johannisbeerlikör genießen kann.

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