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Ettore Sottsass – dem Alltag Farbe verleihen

Man soll die Gegenstände fühlen und nicht nur benutzen.

Der Designer, Architekt, Fotograf und Autor Ettore Sottsass gehört zu den herausragenden Charakteren der Designgeschichte des 20. Jahrhunderts. Er verkörperte den geistigen Intellekt der italienischen Avantgarde und gestaltete Objekte im Stil des „Anti-Design“.  (Die Entwürfe wandten sich gegen den repräsentativen Besitzcharakter der Gegenstände. Dafür brachten sie die Alltagskultur spielerisch zum Ausdruck.)

Ettore Sottsass

Bild: Alessi

Geboren wurde er 1917 in Innsbruck. Seine Mutter war Österreicherin und sein Vater der italienische Architekt Ettore Sottsass sen.
Nachdem Sottsass jun. sein Studium an einer Turiner Ingenieurschule mit Diplom abschloss, wurde er 1957 künstlerischer Leiter der italienischen Designfirma Poltronova. Seine dortigen Entwürfe entstanden unter dem Einfluss des „Radical Design“. Er experimentierte mit Fiberglas und entwickelte daraus Beleuchtungskörper und zeitgenössische Möbel. Die bunten und pastellfarbenen Leuchten und Möbel in exzentrischen Formen, kamen aus einer poetischen, sinnlichen und bizarren Traumwelt.
1958 begann seine Zusammenarbeit mit dem Büromaschinenhersteller Olivetti. Dessen Sohn Roberto arbeitete mit Ingenieuren an den allerersten Rechnern, Sottsass war für das Design zuständig. Weil ihm diese Technologie mysteriös und gefährlich vorkam, entwarf er für sie ein abschreckendes Äußeres. So wollte er die Menschen zu den Entwürfen auf Distanz halten. So entstand der erste Olivetti-Computer „Elea 9003“.
Ein anderes berühmtes Projekt war der Entwurf einer Schreibmaschine. Sie hatte nur Großbuchstaben und keine Zeilenrand-Klingel. Die Kunden mochten das Design, hielten die Maschine aber für „armselig“. Also wurde die Klingel wieder eingebaut, ebenso die Kleinbuchstaben.

Alessi Nuovo Milano

Bild: Alessi

Um unbegrenzter arbeiten zu können, gründete Ettore Sottsass zusammen mit anderen Designern und Architekten, die Gruppe „Memphis“ – ein Designbüro, welchem es gelang, eine neue, lebensfrohe Formensprache zu kreieren und einen Design-Boom auszulösen. Die Entwürfe waren unkonventionell, kreativ-verspielt, knallbunt und oft ohne Zweck.

1980 gründete er sein eigenes Unternehmen: „Ettore Sottsass Associati“. Es beschäftigte sich mit Industriedesign, Architektur und Grafik.
Im Jahr 1994 schuf Sottsass, im Rahmen des Kunstprojektes „BUSSTOPS“, eine Bushaltestelle am Königsworther Platz in Hannover. Sie besteht aus acht gelben Kreuzen auf einem gesprenkelten Steinsockel und einem weißen Dach.
Weitere Klassiker von ihm, sind der „Micky-Maus-Tisch“ oder sein „gelber Sekretärsstuhl“. Für Alessi designte er unter anderem das elegant-schlichte Tafelservice „La Bella Tavola“ und das klassisch-moderne Besteck „Nuovo Milano“ sowie bunte Gewürzmühlen.
Kräftige Farben waren Sottsass‘ Markenzeichen. Nur eine einzige Farbe zu verwenden, so meinte Sottsass, wäre, wie beim Reden nur ein Wort zu verwenden.

„Gutes Design ist wie die Möglichkeit zum Mond zu fliegen. Nur wenige werden es jemals tun können, aber das Bewusstsein dieser Möglichkeit hat das Leben von Millionen Menschen verändert.“ Die Möglichkeit gutes Design zu schaffen, hat Sottsass immer wahrgenommen.

Seine Entwürfe

  • erster italienischer Computer „Elea 9003“, 1959
  • Reiseschreibmaschine „Valentine“, 1969
  • Bürostuhl „sistema 45“, 1971
  • Bücherregal „Carlton“, 1981

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