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Wulf Hartmann – eine Sammlung über 30 Jahre

Von Bleistiftzeichnungen über verbrannte Materialbilder bis zu genagelten Werken: die Wulf-Hartmann-Sammlung von Lothar John

Manche Kunstwerke begegnen einem nicht nur mit dem Auge. Sie bleiben. Sie arbeiten weiter. In Gedanken, in Räumen, in Erinnerungen.

So war es auch mit den Werken von Wulf Hartmann. Über mehr als drei Jahrzehnte entstand bei Lothar John eine außergewöhnliche Sammlung, die heute weit über 100 Arbeiten umfasst. Es ist eine Sammlung, die nicht zufällig gewachsen ist, sondern aus Begeisterung, Nähe und tiefer Wertschätzung für einen Künstler, dessen Werk sich jeder schnellen Erklärung entzieht.

Wulf Hartmann wurde 1942 in Hannover geboren, wirkte unter anderem in Hannover, Peine, Bremen und Worpswede und war als Maler, Zeichner und Grafiker tätig. Nach Stationen in der Landwirtschaft, als Fabrikarbeiter und technischer Zeichner studierte er ab 1970 an der Fachhochschule Hannover. 1976 wechselte er in den Raum Bremen und arbeitete später als freischaffender Künstler in der Nähe von Lilienthal. Die besondere künstlerische Bedeutung seines Werkes zeigte sich auch darin, dass das ehemalige Bundeskanzleramt in Bonn mehrere Arbeiten von Wulf Hartmann ankaufte.

Seine Kunst ist still und kraftvoll zugleich. Sie erzählt von Vergänglichkeit, Verletzlichkeit, Material, Zeit und Spuren. Hartmann arbeitete nicht nur mit Papier, Leinwand und Farbe, sondern auch mit Holz, Pappe, Jute, Messing, Feuer und Nägeln. Gerade diese ungewöhnliche Verbindung macht seine Arbeiten so unverwechselbar. Bereits in einem früheren Blogbeitrag wurde beschrieben, dass Hartmann unter anderem Materialien wie Holz, Pappe, Jute, Messing und feuerverzinkte Plattennägel verwendete und mit gezielten Verbrennungen arbeitete.

Der Anfang: Bleistiftzeichnungen und die Suche nach Form

Die frühen Werke der Sammlung zeigen eine andere, leisere Seite von Wulf Hartmann. Es sind vor allem Bleistiftzeichnungen, in denen sich bereits vieles ankündigt, was später zu seinem künstlerischen Markenzeichen werden sollte.

Diese Zeichnungen wirken reduziert, konzentriert und beinahe tastend. Linien suchen nach Halt. Formen entstehen, verschwinden wieder, öffnen sich. Man spürt in ihnen die Hand des Künstlers, aber auch seine innere Bewegung: das Beobachten, das Verdichten, das langsame Freilegen einer eigenen Bildsprache.

Gerade diese frühen Arbeiten sind für die Sammlung besonders wertvoll. Sie zeigen Hartmann nicht nur als Künstler fertiger Materialbilder, sondern als Suchenden. Als jemanden, der sich seine Themen Schritt für Schritt erarbeitet hat.

Die verbrannten Arbeiten: Feuer als künstlerische Sprache

Später tritt ein Element in Hartmanns Werk, das für viele Betrachter besonders prägend ist: das Feuer.

Die verbrannten Arbeiten gehören zu den eindrucksvollsten Werkgruppen innerhalb der Sammlung. Hartmann zerstört nicht einfach Material. Er verwandelt es. Das Verbrannte wird nicht zum Ende, sondern zum Anfang einer neuen Bildsprache.

Schwarze Spuren, versengte Flächen, raue Kanten und dunkle Vertiefungen geben den Arbeiten eine fast archaische Kraft. Sie erinnern an Zeit, an Verletzung, an Vergänglichkeit – aber auch an Widerstand. Was verbrannt ist, bleibt sichtbar. Es verschwindet nicht, sondern bekommt eine neue Bedeutung.

In diesen Werken wird besonders deutlich, wie philosophisch Wulf Hartmann gearbeitet hat. Seine Kunst stellt keine einfachen Fragen. Sie fordert Ruhe. Man muss vor ihr stehen bleiben. Erst dann beginnt sie zu sprechen.

Beispiel für die Verwendung von Messing und Jute. Auch hier ist das künstlerische Mittel der Verbrennungen zu erkennen.

Die genagelten Werke: Rhythmus, Spannung und Materialkraft

In einer späteren Phase entwickelt sich Hartmanns Werk noch stärker in Richtung Objekt und Relief. Die genagelten Arbeiten bilden innerhalb der Sammlung einen weiteren Höhepunkt.

Nägel werden bei ihm nicht nur Verbindungselemente. Sie werden Zeichen. Sie strukturieren Flächen, setzen Rhythmus, erzeugen Spannung. In Verbindung mit Holz, Jute, Metall und dunklen Oberflächen entstehen Werke, die zwischen Bild und Objekt stehen.

Diese Arbeiten besitzen eine fast körperliche Präsenz. Sie wirken streng und zugleich geheimnisvoll. Jeder Nagel scheint bewusst gesetzt, jede Oberfläche trägt Spuren von Hand, Zeit und Entscheidung.

Hier zeigt sich Hartmann als Künstler, der Material nicht dekorativ einsetzt, sondern ernst nimmt. Holz bleibt Holz. Jute bleibt Jute. Metall bleibt Metall. Doch im Zusammenspiel entsteht etwas, das über das Material hinausgeht.

„Arabisches Kreuz“, 1992. Beispiel für seine Arbeit mit feuerverzinkten Plattennägeln. Für das Kreuz wurden insgesamt 20.000 Stück verwendet.

Eine Sammlung als Lebensspur

Die Wulf-Hartmann-Sammlung von Lothar John ist weit mehr als eine Ansammlung einzelner Werke. Sie ist eine Lebensspur über 30 Jahre.

Weit über 100 Arbeiten zeigen die Entwicklung eines Künstlers von den frühen zeichnerischen Anfängen über die verbrannten Materialbilder bis hin zu den kraftvollen genagelten Werken. Dadurch entsteht ein seltener Blick auf ein künstlerisches Leben, das von Konsequenz, Experiment und Tiefe geprägt ist.

Für Lothar John war Wulf Hartmann nie nur ein Künstler unter vielen. Seine Werke wurden Teil eines persönlichen Umfelds. Sie begleiteten Räume, Gedanken und Begegnungen. Sie wurden nicht gekauft, um Wände zu füllen, sondern gesammelt, weil sie berühren.

Genau das macht diese Sammlung besonders: Sie erzählt nicht nur von Wulf Hartmann. Sie erzählt auch von einem Sammler, der über Jahrzehnte hingesehen hat.

Tischkultur trifft Kunst

Bei Lothar John steht seit jeher die Liebe zu schönen Dingen im Mittelpunkt. Porzellan, Glas, Besteck, Wohnaccessoires – all das hat mit Form, Material, Handwerk und Atmosphäre zu tun.

Die Werke von Wulf Hartmann gehören in diesem Sinne ganz selbstverständlich dazu. Sie zeigen eine andere Seite von Gestaltung: rauer, stiller, existenzieller. Während Tischkultur oft das Schöne im Alltag feiert, erinnert Hartmanns Kunst daran, dass Schönheit auch in Spuren, Brüchen und Vergänglichkeit liegen kann.

So entsteht eine besondere Verbindung: zwischen gedecktem Tisch und Kunst, zwischen Handwerk und Ausdruck, zwischen Alltag und Tiefe.

„Große Spirale“, 1993. Hergestellt aus Holz, Pappe, Kleber. Dazu „gebrannt, geschrubbt, versiegelt“.

Warum diese Sammlung bewahrt werden sollte

Eine Sammlung dieser Größe und Geschlossenheit ist außergewöhnlich. Sie macht sichtbar, wie sich Wulf Hartmanns Werk über Jahrzehnte entwickelt hat. Von den frühen Bleistiftzeichnungen bis zu den späten genagelten Arbeiten entsteht ein Bogen, der nicht nur kunsthistorisch interessant ist, sondern auch emotional berührt.

Solche Sammlungen sind wichtig, weil sie Zusammenhänge bewahren. Einzelne Werke können beeindrucken. Eine gewachsene Sammlung aber erzählt eine Geschichte.

Die Wulf-Hartmann-Sammlung von Lothar John ist genau das: eine Geschichte aus Nähe, Geduld und Leidenschaft. Eine Hommage an einen Künstler, dessen Werk leise beginnt – und lange nachhallt.

Bei ernsthaftem Interesse an einem Ankauf der Sammlung oder einzelner Werke steht Lothar John Ihnen gerne persönlich zur Verfügung: lotharjohn.de@gmail.com oder +49 171 9562000.

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