Flora Danica gilt heute als eines der teuersten, luxuriösesten und exklusivsten Porzellan-Muster. Es ist das einzige der großen Luxusgeschirre aus der Ära des
Porzellans, das noch heute mit derselben Hingabe, handwerklichen Perfektion und Genauigkeit wie vor über 200 Jahren hergestellt wird. Jedes Geschirrteil ist ein eigenständiges Kunstwerk. Eine weitere Besonderheit des Flora Danica-Services ist seine Motivvielfalt und die Verbindung zwischen dem kulturellen Erbe und der einzigartigen Qualität.
Vermutungen nach wurde es von König Frederik IV. von Dänemark bei der Porzellanmanufaktur Royal Copenhagen in Auftrag gegeben um es als Geschenk für Zarin Katharina II. von Russland anzufertigen. Allerdings starb sie bevor das Geschirr vollendet werden konnte. Danach stellte man die Produktion ein. Als die dänische Prinzessin Alexandra 1863 den Prince of Wales, den späteren König Edward VII. heiratete, schenkten die Damen der Gesellschaft der Prinzessin das Geschirr zur Hochzeit und ließen es so wieder aufleben. Zuletzt erhielt Prinzessin Mary von Dänemark zu ihrer Hochzeit mit dem Thronfolger ein komplettes Service vom Volk. Von den ursprünglich 1802 Einzelteilen des Service sind noch etwa 1500 erhalten, die noch heute bei Staatsbanketten im Schloss Christiansborg verwendet werden.
Seinen Namen und die Motive hat das Flora Danica-Porzellan ursprünglich aus der gleichnamigen Enzyklopädie, die im 18. Jahrhundert in Kupferstichen die gesamte Flora des dänischen Staates vorstellen sollte. Georg Christian Oeder, der Direktor des Botanischen Gartens in Kopenhagen, stellte diese Sammlung 1761 fertig. Die vollständige Ausgabe enthält insgesamt 366 Seiten Text und 3.240 Kupferstiche. Aufmerksamkeit erregte die Herausgabe vor allem bei der Manufaktur Royal Copenhagen, die sich schließlich dazu entschloss, das Muster in ihren Katalog aufzunehmen. In Dänemark gilt die Flora Danica als Nationalheiligtum.
Dass sich Blumen, Blüten und Blätter über Teller, Tassen und Schüsseln ranken, ist auf europäischem Porzellan nicht außergewöhnlich. Aber es ist fast 200 Jahre her, dass eine königliche Tafel mit einem Geschirr gedeckt wurde, auf dem Pflanzen mit wissenschaftlicher Präzision aufgemalt wurden. Beim Flora Danica schaute man weniger auf die Schönheit als auf allgemeinbildende Vollständigkeit. Deshalb beschränkte man sich nicht nur auf Blumen, sondern bildete auch allerlei Kräuter ab. Und wenn die Pflanze nicht auf eine Platte passte, hat man sie in zwei Teilen nebeneinander gemalt.
Die Arbeiten am Flora Danica-Porzellan sind wirklich ein Meisterstück der Handwerkskunst. Das Modellieren von einem zwei Zentimeter großen Strauß dauert zum Beispiel vier Stunden, während ein 15 Zentimeter großer Kranz zwei Tage braucht. Das Fertigstellen eines 28 cm hohen Ice Dome (Eisglocke) dauert einen Monat und erfordert 16 verschiedene Abläufe. Die Platte mit der Pimpinelle (Kleiner Wiesenknopf) erfordert 12.000 Pinselstriche. Die Kanten und Perforationen werden auf dem noch weichen Porzellan von Hand geschnitten. Die Porzellanmaler wählen ihre Motive aus 700 verschiedenen Platten aus.
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